Im Gespräch mit Tony Zumstein – unserem 1000. Mitglied

1000. Zeitgut-Mitglied Tony Zumstein mit Präsidentin Angelica Ferroni (Foto: Ralph Eichenberger)

Interview von Geschäftsleiter Laslo Niffeler mit Tony Zumstein.

Ein besonderer Moment für Zeitgut Luzern: Mit Tony Zumstein dürfen wir unser 1000. Mitglied willkommen heissen. Hinter dieser runden Zahl steht ein Mensch mit viel Lebenserfahrung, Humor und Offenheit. Im Gespräch erzählt Tony Zumstein, was ihn zu Zeitgut geführt hat, was ihm im Leben wichtig ist – und weshalb gelebte Nachbarschaft für ihn mehr bedeutet als nur ein schönes Wort.

«Das Leben verändert sich im Alter von 80 Jahren.»
Lieber Tony, du bist unser 1000. Mitglied. Darüber freuen wir uns sehr. Wie bist du auf Zeitgut Luzern aufmerksam geworden und was hat dich motiviert, Mitglied zu werden? «Ich habe im Newsletter des Forum 60plus ein Interview mit der Präsidentin Angelica Ferroni gelesen. Von Zeitgut Luzern hatte ich schon zuvor gehört, aber dieser Artikel hat mich nochmals besonders angesprochen. Nach dem Tod meiner Frau bin ich alleinstehend. Das Leben verändert sich nach einem solchen Ereignis und gerade mit 80 Jahren verändert sich auch das Umfeld rasant. Erst letzten Monat ist ein guter Freund verstorben. Man spürt plötzlich, wie vieles in Bewegung gerät.» Tony erzählt ruhig, reflektiert und dennoch mit einer bemerkenswerten Klarheit. «Im Herbst und Frühling bin ich stark bei der Seniorenbühne Luzern engagiert. Diese Zeit erfüllt mich sehr. Aber dazwischen habe ich viel Freiraum. Durch die Mitgliedschaft bei Zeitgut Luzern erhoffe ich mir, neue interessante Menschen kennenzulernen und Teil eines lebendigen Austauschs zu sein.» Was bleibt, ist das Gefühl: Hier sucht jemand nicht einfach Beschäftigung, sondern Begegnung.


Das Gespräch mit Koordinatorin Cornelia Glanzmann hat mich überzeugt
Tony du warst Ende Februar beim Erstgespräch bei Zeitgut-Koordinatorin Cornelia Glanzmann, wie hast du es erlebt? «Sehr positiv. Cornelia war sehr aufgestellt und freundlich. Wir kamen schnell gut ins Gespräch. Es war informativ und hilfreich. Sie konnte mir verschiedene Einsatzmöglichkeiten und Aktivitäten von Zeitgut aufzeigen. Dieses Gespräch hat mich wirklich überzeugt. Es war mehr als ein administrativer Termin. Es war ein Türöffner».

Gegenseitige Unterstützung auf Augenhöhe: «Ein Tandem fährt nur, wenn beide im selben Takt treten.»
Zeitgut steht für generationenübergreifende Solidarität. Welche Werte sprechen dich besonders an? «Meine erste Idee war, mich für Menschen in meiner Generation einzusetzen. Wobei, wenn jemand 100 Jahre alt ist, dann ist diese Person auch nicht mehr in meiner Generation», sagt er lachend. «Im Gespräch mit Cornelia wurden mir weitere Möglichkeiten aufgezeigt, auch jüngere Menschen zu unterstützen. Dafür bin ich offen.» Besonders gefällt ihm ein Begriff: «Ich finde das Wort Tandem sehr passend. Beide Personen müssen gleichzeitig treten und ausbalancieren, damit man vorwärtskommt. Wenn das Zwischenmenschliche stimmt, spielt das Alter keine Rolle mehr.»

Begleiten, jassen, wandern und ins Gespräch kommen
Bei welchen Tätigkeiten kannst du dir vorstellen, dich einzubringen? «Da gibt es viele Möglichkeiten. Ich könnte jemanden beim Einkaufen oder zum Arzt begleiten. Gemeinsam Spiele spielen, jassen geht ja schon zu zweit. Oder einfach gute Gespräche führen.» Und vielleicht auch Bewegung: «Allenfalls mache ich bei Gruppenaktivitäten mit, etwa bei Wanderungen. Bewegung würde mir guttun. Und wenn es dabei noch zu guten Gesprächen kommt, umso besser.»

1000 Gründe für Gemeinschaft
Tony ist unser 1000. Mitglied und doch steht er exemplarisch für das, was Zeitgut Luzern ausmacht: Menschen, die nach einem Einschnitt im Leben nicht stehen bleiben. Die offen bleiben für neue Begegnungen. Die bereit sind, selbst in Bewegung zu bleiben auf einem Tandem, das nur gemeinsam vorwärtskommt. Lieber Tony, wir freuen uns sehr, dass du Teil unserer Gemeinschaft bist. Auf viele bereichernde Begegnungen und darauf, dass wir gemeinsam weiterfahren.

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